Ein Video als Webcam in Zoom abspielen — so geht's
Zoom bietet keine Möglichkeit, eine Videodatei anstelle der Kamera abzuspielen. Es gibt keinen Schalter „Video als Kamera verwenden“ in den Einstellungen, und ein per Bildschirmfreigabe gezeigtes Video fällt sofort auf: Es landet im Bereich für geteilte Inhalte, nicht in deiner Kamerakachel.
Der Weg dorthin führt über eine virtuelle Kamera: ein kleines Programm, das sich beim Betriebssystem registriert, als wäre es eine Webcam. Zoom sieht sie in der Kameraliste wie jedes andere Gerät, und was das Programm ihr zuspielt, wird zu deinem Videobild. So richtest du das ein.
Was du brauchst
- Eine Videodatei — MP4 ist die sicherste Wahl, idealerweise in 1280×720 oder 1920×1080
- Eine App für virtuelle Kameras wie CamLooper oder OBS Studio
- Zoom vollständig geschlossen, bevor du anfängst (das ist wichtig, siehe Schritt 3)
Schritt 1 — Virtuelle Kamera installieren
CamLooper installiert seine virtuelle Kamera automatisch. Unter Windows registriert es während der Installation ein DirectShow-Kameragerät; unter Debian, Ubuntu, Fedora und RHEL ziehen die .deb- und .rpm-Pakete v4l2loopback nach und laden es für dich, sodass das Gerät nach der Installation ohne weitere Konfiguration bereitsteht.
OBS Studio bringt ebenfalls eine virtuelle Kamera mit und ist eine sinnvolle Wahl, wenn du es ohnehin nutzt. Es ist eine vollständige Streaming-Suite — rechne mit Szenen, Quellen und einem Einrichtungsassistenten, bevor du bei der Kameraausgabe ankommst.
Schritt 2 — Video laden und Kamera starten
Öffne CamLooper, wähle deine Videodatei und starte die virtuelle Kamera. Das Video läuft nahtlos in Schleife: Am Ende springt es ohne Pause und ohne schwarzes Aufblitzen zurück zum Anfang — genau das lässt eine Aufnahme wie ein Live-Bild wirken statt wie einen Clip, der sichtbar neu startet.
Lass die App geöffnet. Die virtuelle Kamera existiert nur, solange sie läuft; beim Schließen verschwindet das Gerät aus der Zoom-Liste.
Schritt 3 — Kamera in Zoom auswählen
Starte CamLooper, bevor du Zoom öffnest. Zoom liest die Kameraliste beim Start ein, deshalb taucht eine später hinzugekommene virtuelle Kamera erst nach einem Neustart auf. Das ist mit Abstand der häufigste Grund, warum Leute denken, die Einrichtung habe nicht funktioniert.
Dann in Zoom:
- Klicke auf dein Profilbild und dann auf Einstellungen
- Öffne den Reiter Video
- Öffne die Auswahlliste Kamera und wähle CamLooper Virtual Camera
- Dein Video erscheint in der Vorschau — genau das sehen jetzt alle im Meeting
Du kannst auch mitten im Gespräch wechseln: Klicke auf den Pfeil neben Video beenden in der Symbolleiste und wähle dort die virtuelle Kamera.
Wenn die Kamera in Zoom nicht auftaucht
- Zoom neu starten. Beende es vollständig — unter Windows im Infobereich nachsehen, unter macOS Cmd+Q — und starte dann zuerst die App für die virtuelle Kamera und danach Zoom.
- In einer anderen Anwendung testen. Erscheint die Kamera im Browser auf einer Webcam-Testseite, aber nicht in Zoom, liegt das Problem an der Geräteliste von Zoom, nicht an der virtuellen Kamera.
- Unter macOS müssen virtuelle Kameras signiert und notarisiert sein, um geladen zu werden. Eine unsignierte Version läuft zwar, ihre Kamera registriert sich aber nicht.
- Unter Linux prüfe mit
lsmod | grep v4l2loopback, ob das Modul geladen ist. Mit dem.deboder.rpmist das bereits erledigt.
Hinweis zur Spiegelung
Zoom spiegelt deine Selbstansicht standardmäßig, deshalb kann Text in deinem Video für dich seitenverkehrt aussehen, während er für alle anderen korrekt erscheint. Bevor du einen Fehler vermutest: Deaktiviere Mein Video spiegeln unter Einstellungen → Video und vergleiche.
Ist das erlaubt?
Virtuelle Kameras sind gewöhnliche Software und werden von Zoom unterstützt — sie werden verbreitet für Einblendungen, Marken-Hintergründe und aufgezeichnete Demos genutzt. Was du darüber abspielst, liegt in deiner Verantwortung. Sei gegenüber den Teilnehmenden offen und nutze eine virtuelle Kamera nicht, um dich als jemand anderes auszugeben oder Identitätsprüfungen wie beaufsichtigte Prüfungen oder KYC-Verifizierungen zu umgehen.
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