OBS-Kamera wird nicht angezeigt? So behebst du es

Du hast in OBS auf Virtuelle Kamera starten geklickt, zu Zoom gewechselt — und die Kamera steht nicht in der Liste. Das ist eines der häufigsten OBS-Probleme und geht fast immer auf eine von fünf Ursachen zurück, hier sortiert danach, wie oft sie sich als Übeltäter herausstellen.

1. Die andere Anwendung lief bereits

Das ist meistens die Antwort. Zoom, Teams, Discord und Chrome bauen ihre Kameraliste beim Start auf. Lief die virtuelle Kamera von OBS zu diesem Zeitpunkt nicht, weiß die Anwendung schlicht nichts von ihrer Existenz.

Beende die Videoanwendung vollständig — unter Windows im Infobereich prüfen, unter macOS Cmd+Q verwenden, denn das Schließen des Fensters lässt sie oft weiterlaufen — starte dann OBS, klicke auf Virtuelle Kamera starten und öffne die Videoanwendung erst danach.

2. Die virtuelle Kamera wurde nie installiert (Windows)

OBS registriert seine virtuelle Kamera während der Installation. Hast du eine portable Version genutzt oder konnte das Installationsprogramm nicht in die Registry schreiben, wurde das Gerät nie registriert.

Installiere OBS mit dem normalen Installationsprogramm neu und bestätige die Rechteanfrage. Die Registrierung schreibt nach HKLM und benötigt daher Administratorrechte — eine Installation ohne sie ergibt ein OBS, das einwandfrei funktioniert, nur eben ohne virtuelle Kamera.

3. macOS hat keine Freigabe erteilt oder blockiert die Erweiterung

Unter macOS installiert OBS eine Systemerweiterung für seine Kamera. Beim ersten Start der virtuellen Kamera fragt macOS nach einer Freigabe, und dieser Hinweis wird leicht übersehen.

Öffne Systemeinstellungen → Datenschutz & Sicherheit und suche weiter unten nach einer Meldung über blockierte Systemsoftware. Gib sie frei und starte OBS neu. Nach einem macOS-Update kann eine erneute Freigabe nötig sein.

4. Unter Linux fehlt v4l2loopback

Unter Linux erzeugt OBS kein Kameragerät von sich aus. Es schreibt in ein Loopback-Gerät, das vom Kernelmodul v4l2loopback bereitgestellt wird — und OBS installiert dieses Modul nicht für dich.

sudo apt install v4l2loopback-dkms
sudo modprobe v4l2loopback

Prüfe mit lsmod | grep v4l2loopback, ob es geladen ist. Beachte, dass modprobe einen Neustart nicht überlebt, solange du das Modul nicht in /etc/modules-load.d/ einträgst. Hast du OBS als Flatpak installiert, kommt ein Schritt hinzu — die Sandbox hat keinen Gerätezugriff, bis du ihn erteilst:

flatpak override --user --device=all com.obsproject.Studio

Unsere v4l2loopback-Anleitung geht ausführlicher darauf ein, auch darauf, wie es dauerhaft bleibt.

5. Eine andere Anwendung belegt die Kamera

Die meisten Kameras lassen sich nur von einer Anwendung gleichzeitig öffnen. Hält bereits ein Browser-Tab, Teams oder ein Hintergrundprogramm die virtuelle Kamera, zeigt die nächste Anwendung sie ausgegraut an oder überspringt sie. Schließe alles, was eine Kamera nutzen könnte, und versuche es erneut.

Immer noch nichts?

Teste außerhalb deiner Videoanwendung: Öffne eine Webcam-Testseite im Browser und sieh nach, ob die virtuelle Kamera dort erscheint. Wenn ja, liegt das Problem an der Geräteliste der Videoanwendung — starte sie neu. Wenn nein, liegt es an der virtuellen Kamera selbst, und die Schritte 2 bis 4 sind der richtige Ort zum Suchen.

Wenn du nur ein Video abspielen wolltest

OBS ist eine Streaming-Suite. Geht es dir bloß darum, eine Videodatei als Kamera abzuspielen, ist fast alles, was OBS dich einrichten lässt — Szenen, Quellen, Encoder, Profile — Aufwand, den du nicht brauchst, und unter Linux musst du v4l2loopback zusätzlich von Hand einrichten.

CamLooper erledigt genau diese eine Aufgabe: Video auswählen, Kamera starten. Unter Windows installiert es seinen eigenen Treiber, und die Linux-Pakete installieren und laden v4l2loopback für dich, sodass das Gerät direkt nach der Installation bereitsteht. Es ist kostenlos, und nichts, was du lädst, verlässt jemals deinen Rechner.

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